Wie machen Sie das, Frau Norbisrath?

Oft werde ich im Anschluss an ein Live-Zeichnen / Graphic Recording auf Kongressen und Events gefragt: Frau Norbisrath, wie machen Sie das? Zuhören und gleichzeitig zeichnen?

Ich habe dann oft geantwortet: „Ich bin trainiert, wesentliches herauszufiltern und schnell in eine Symbolik umzusetzen. Dabei aber weiter zuzuhören, was der Speaker sagt. Quasi wie ein Simultan-Dolmetscher.“

Jetzt weiß ich: ich habe die Fähigkeit mit dem klingenden Namen Ambidextrie. Was im eigentlichen Wortsinn „Beidhändigkeit“ bedeutet. Wir Graphic Recorder setzen nämlich parallel beide Gehirnhälften bei unserer Arbeit ein.

„Ich kann Am:bi:dex:trie!“

Drauf gebracht hat mich Felix Guder, der Gesellschafter und Geschäftsführer von Iconstorm (ein Frankfurter Unternehmen für Innovation und Transformationsprojekte).

Beim Kreativwirtschaftstag im Mai und kürzlich im September beim Abend „Kreativwirtschaft trifft Industrie“ hat er mir in seinen spannenden Vorträgen diesen Begriff geliefert, der beschreibt, welche Kompetenzen ich bei meiner Arbeit anwende.

Oft ist eine Gehirnhälfte dominant. Doch leistungsfähig sind wir eigentlich nur dann, wenn beide Gehirnhälften optimal zusammenarbeiten. Deswegen hab ich ein paar einfache Übungen gefunden, wie Sie das Zusammenwirken von beiden Gehirnhälften trainieren können.

Beispiele, wie Sie selbst ganz leicht beide Gehirnhälften trainieren:

  • Hören Sie Musik und analysieren Sie dabei eine Statistik
  • Gehen Sie beim Lernen oder Lesen auf und ab
  • Klopfen Sie mit einer Hand auf den Kopf und mit der anderen kreisen Sie am Bauch 
  • Putzen Sie die Zähne jeden zweiten Tag mit der linken, statt mit der rechten Hand.
  • Aufrecht hinstellen, beide Arme nach vorne strecken und die Finger ineinander verschränken, die Daumen nach oben. Den Blick auf die Daumenspitzen richten. Nun mit den Armen nun eine liegende Acht in der Luft zeichnen und mit dem Blick den Daumen folgen.
  • Im Job: Nutzen Sie Mind Mapping (visualisiert und strukturiert „chaotische“ Gedanken)

Auch Unternehmen können ambidextrisch arbeiten und dies zu ihrem Vorteil in Zeiten der digitalen Transformation nutzen.

Indem sie z.B. effizientes Alltagsgeschäft erledigen und gleichzeitig radikal innovativ sind. Oder beim Führungsstil: einerseits mit klaren Vorgaben und andererseits mit flexiblen Motivationstools führen.

Gutes Beispiel ist Fuji. Gehen wir zurück ins Jahr 1999. Da war Kodak noch Weltmarktführer, dann gerieten sie in Schwierigkeiten und verschliefen die Digitalfotografie. 2012 ging das Unternehmen in Konkurs. Die Konkurrenz machte es anders. Fuji entwickelte eine „beidhändige“ Strategie. Das vorhandene Kerngeschäft wurde so lange aufrecht erhalten, wie es profitabel war. Parallel dazu wurden neue Chancen gesucht, um auf dem digitalen Markt Fuß zu fassen. 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von ~20 Mrd. Dollar. Und ist bis heute erfolgreich.

Mehr zum Nutzen von Ambidextrie in Unternehmen lesen Sie unter www.boening-consult.com

Quellen:/ Links: www.iconstorm.com, www.petapixel.com

Und hier gibt’s einen 2-Sekunden-Test:
Welche Gehirnhälfte ist bei mir dominant?
www.dieprojektmanager.com

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